Japan
Faszinierend, verrückt und liebenswert
Im September 2019 ging es für mich in ein faszinierendes, verrücktes und liebenswertes Land: Japan.
Mit dem Flieger ging es zunächst von Bremen nach Amsterdam und anschließend von dort aus direkt nach Tokio. In Tokio habe ich ein Woche verbracht, inklusive eines Tagesausfluges zum Fuji-san. Dann habe ich 5 Tage Kyoto erkundet mit einem Abstecher nach Hiroshima. Es folgten zwei Tage in den japanischen Alpen in Takayama. Vor dem Rückflug nochmal eine Nacht in Tokio und dann war der Urlaub auch schon wieder vorbei – wie immer viel zu kurz.
Das Land und die Menschen haben mich wirklich fasziniert und häufig auch überrascht. Vor allem die vielen kleinen kulturellen, technischen und gesellschaftlichen Unterschiede die man entdecken kann, machen dieses Land so spannend. Und fast alles macht lustige Geräusche: Automaten, Türen, Toiletten – selbst U-Bahnstationen haben eine eigene Erkennungsmelodie. Zudem bietet es tolle Landschaften, auch wenn ich nur einen Bruchteil davon gesehen habe. In den japanischen Alpen kann man auf Bären und Affen treffen.
Arbeitsethos, Gemeinwohl, Zusammengehörigkeit – all das nimmt hier einen anderen Stellenwert ein. Auch wenn Individualität an manchen Orten eher als störend empfunden wird, an anderen Stellen explodiert sie wiederum. Japan ist ein Land der Gegensätze und diese Gegensätze können ganz schon extrem und bizarr werden.
Der Kontakt zu den Japanern ist für mich leider eher auf einer oberflächlichen Ebene geblieben und manches wirkte auf mich verstörend, aber dennoch habe ich mich in den zwei Wochen sehr wohl gefühlt.
Über die gesamte Reisezeit hatte ich perfektes Wetter, mit Sonnenschein und blauem Himmel – fast schon zu gut; bei über 35°C habe ich dann doch häufiger als sonst die (klimatisierten) öffentlichen Verkehrsmittel genutzt. Allein das kann schon zu einem Erlebnis werden: ob Tokios U-Bahn zur Rush-Hour oder Kyotos Busfahrplan (welcher ein abgeschlossenes Studium benötigt um ihn zu verstehen). Man staunt vor allem über die Disziplin, wie sich auf vorgezeichneten Linien die Menschen in Schlangen aufreihen und wie in der U-Bahn weder gesprochen noch telefoniert wird.
Selbstverständlich sind alle Züge pünktlich. Und nicht nur das; jeder Wagen hält auch exakt dort, wo es am Bahnsteig eingezeichnet ist. Eine Reise im Shinkansen durfte natürlich nicht fehlen – ich hatte zudem das Glück auf einem Tagsausflug nach Hiroshima den Hello-Kitty-Shinkansen zu erwischen.
Nur an einem einzigen Tag sind ein paar Züge und U-Bahnen in den Morgenstunden ausgefallen oder hatten Verspätung: Als in der Nacht zuvor der schwerste Taifun seit über 20 Jahren Tokio getroffen hatte. Aber das hält einen echten Japaner auch nicht davon ab, zur Arbeit gehen zu wollen.
Auch das Essen bietet viele Entdeckungen. Vermutlich habe ich in keinem Urlaub bisher so viele Sachen gegessen und ausprobiert – ohne immer genau zu wissen, was es nun eigentlich vorher mal war. Als absolut empfehlenswert in Erinnerung geblieben sind auf jeden Fall die Bentō-Boxen, Ramen in allen Variationen und jede Menge süße Kleinigkeiten.
さようなら, Japan :)